Jüdische Spuren in der Stadt

Gymnasiasten auf Besichtigungstour

An die Synagoge erinnert eine Gedenktafel: Gästeführerin Ilse Knölke berichtet den Neuntklässlern von der Geschichte des Grundstücks am Steinweg. Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

Gehrden. 28 Gymnasiasten vom Matthias-Claudius-Gymnasium haben gestern gemeinsam mit ihrer Lehrerin Karla Pöhlmann nach Unterrichtsschluss noch einen ausgedehnten Ausflug durch Gehrden gemacht. Der einstündige Rundgang war für die Jungen und Mädchen aus dem neunten Jahrgang aber keine reine Vergnügungstour. Die Jugendlichen und ihre Religionslehrerin begaben sich vielmehr auf die Suche nach jüdischen Spuren in der Burgbergstadt.

Angeführt von der Gästeführerin Ilse Knölke ließen sie sich zum Abschluss ihres Unterrichtsthemas Die Geschichte des Judentums über die historischen Ursprünge von Plätzen und Gebäuden aufklären. „Es geht darum, die erlernten Inhalte vor Ort anschaulich und greifbar zu machen“, erläuterte Lehrerin Pöhlmann. Bei der Gehrdener Gästeführerin war der Schultross dafür bestens aufgehoben. Angefangen beim jüdischen Friedhof am Gehrdener Berg führte der Rundgang bis zu einem Haus in der Fußgängerzone. „Dass an diesem Platz früher eine jüdische Synagoge stand, die 1979 abgerissen wurde, daran erinnert heute nur noch eine Gedenktafel“, berichtete die Expertin Knölke vor dem Gebäude am Steinweg. „Wir haben im Unterricht gelernt, wie Juden früher behandelt wurden, jetzt können wir das besser zuordnen“, sagte die 15-jährige Isabel Reda.

 

Quelle:

Calenberger Zeitung, 04.03.2008