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VON STEPHANIE ZERM
GEHRDEN. In der Aula des Matthias-Claudius-Gymnasiums wird derzeit jeden Dienstagmorgen getreten und geschlagen. Doch dieTritte und Prügel sind nur gestellt. Der Kursus Darstellende Spiel des zwölften Jahrgangs probt dort zurzeit das Stück „A Clockwork Orange“ nach dem Roman „Uhrwerk-Orange“ von Anthony Burgess. Vorlage ist der 1971 gedrehte, umstrittene Film von Stanley Kubrick „Das Stück beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Rechte des Individuums bei der Gewaltprävention eingeschränkt werden dürfen“, sagt der 18-jährige Simon Sendler, der in dem Stück den Erzähler spielt. „Die Frage ist angesichts der heutigen Diskussion zur Überwachung von Verdächtigen sehr aktuell.“ Der Protagonist des Stückes, der fünfzehnjährige Alex, zieht nachts mit den gleichaltrigen Rowdys Pete, Georgie und Dim durch die Stadt, um Menschen zu überfallen, zu berauben, zu vergewaltigen und zu töten. Schließlich wird er von der Polizei gefasst und zu vierzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Um vorzeitig aus der Haft freizukommen, willigt er in eine neue Therapie ein. Danach führt man ihn einem Publikum vor: Sex und Gewalt interessieren ihn nicht mehr. Die Ärzte haben ihm die Aggression genommen – aber auch seine Persönlichkeit. Er funktioniert nun wie ein Uhrwerk.
INFO:
Das Stück wird Mittwoch, 2.Juli, um 19.30 Uhr im MCG aufgeführt. Der Eintritt ist kostenlos.
Quelle:
Calenberger Zeitung, 25.06.2008
|  |  | | Proben für das Stück „A Clockwork Orange“ (von links): Karen Müller und Lisa Brandes verprügeln einen Penner, den Caren Broermann (Mitte) spielt.
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